Tagesberichte der Malireise 2008
Aufgrund der großen Summe von fast 50.000 Euro und der Verpflichtung unsereren Sponsoren gegenüber (das gesamte Geld fließt in konkrete Projekte in Mali) besichtigten im Januar 2008 Nadine Jung, Arno Schreiner und Markus Grebe die Arbeit der Allianz Mission in Mali.Nachfolgende Eindrücke und Impressionen
1. Tagesbericht der Malireise vom 21.01-28.01.08
Die Fahrt mit dem Pkw zum Flughafen Charles de Gaulle in Paris verlief planmäßig.
Gegen 0:30 konnten wir abheben und um 7:30 waren wir in Mopti. Dort empfing uns Oli mit Josua und wir fuhren mit ihnen nach Hause (Sevare). Nach einem reichhaltigen Frühstück besuchten wir Regina und John Apel. Sie erzählten uns über ihre Arbeit, bzgl. der Alphabetisierung der Buso-Sprache. Das Highlight des Tages war das gemeinsame traditionelle malische Essen (s. Bilder) mit Händen.
Am Nachmittag trafen wir Daniel Coulibaly und Olivier Keita. Sie sind die malischen Projektleiter der Gemeindearbeit und der sozial-diakonischen Projekte.
Im Anschluss schauten wir uns die Kfz Werkstatt der Allianzmission an.
Erschöpft von der Reise und den Eindrücken mussten wir uns bei Oli und Sonja ausruhen.
Nach kurzer Erholungsphase spielten wir mit den Dorfjungen Fußball.
2. Tagesbericht der Malireise
Am Ende eines weiteren anstrengenden Tages haben wir fuer uns 2 Leitsaetze formuliert.
Leitsatz 1: Der Mut der Christen hat die Natur veraendert !!!
Leitsatz 2: Ohne Projekte ist hier keine erfolgreiche Gemeindearbeit moeglich!!!!!
Dieses bezieht sich sowohl auf die Aidsarbeit als auch auf die genau so wichtigen Gartenbau-
und Aufforstungsprojekte.
Wir wurden von Moussa Dabou und Dr. Sven Eissele durch das Aids-Zentrum in Sevare geführt und bekamen einen Einblick in diese wichtige Arbeit.
Markus Hauber, der von 1998 bis 2002 vor Ort war, hat die Aids-Arbeit ins Leben gerufen.
Geplant ist ein Ausbau von mehreren Zimmern fuer jeweils 5 bis 10 Infizierten.
Des Weiteren ist eine Gruendung von Sebsthilfegruppen noetig.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen) bei Familie Eissele(sehr angenehm und schoen) zeigten uns Olivier und Oli sehr beeindruckende Gartenbau- und Aufforstungsprojekte.
Warum sind Gartenbauprojekte so wichtig?
Nach der Regenzeit (Dauer 3 Monate) gibt es im Dorf keine Arbeit mehr und die Maenner muessen das Dorf verlassen. Folge dieser Reisetaetigkeit ist eine hoehere Aidsinfizierung.!
Mit einem Gartenbauprojekt kann sich ein Dorf von ca. 350 Einwohnern selbst versorgen!!
Durch ein Aufforstungsprojekt wird der Saharawind vom Dorf fern gehalten.
Der Wind blaest langsamer, das Wasser fliest in der Regenzeit schneller ab und dadurch werden Ueberschwemmungen verhindert. Der Grundwasserspiegel steigt und die vorhandenen Brunnen werden gefuellt. Die Graeser werden als Futter fuer die Tiere benutzt. Die Eukalyptusbaeume halten Termiten fern. Aus Fruechten von anderen Baeumen wird Seife angefertigt.
Durch diese Projekte besteht eine Verbindung zwischen humanitaerer und gemeindlicher Arbeit. Die Christen vor Ort haben ein hohes Ansehen und ein leichteres Arbeiten in der Verkuendigung des Wortes Gottes.
Soviel zu den Projekten des heutigen Tages.
Natuerlich haben wir uns auch sportlich bewegt. Vor dem Fruehstueck sind wir ohne Komass und Handy nur ausgeruestet mit einer Kamera durch den Busch gelaufen.
Abends spielten wir mit den Dorfjungen (es werden immer mehr) Fussball.
Dieses wird zu einer festen Einrichtung werden. Sie kommen jetzt auf uns zu und fragen zu welcher Uhrzeit wir wieder spielen.
Morgen werden wir uns wahrscheinlich nicht melden, da wir ausserhalb im Busch uebernachten werden.
Gebetsanliegen fuer Sonja: Sie leidet an hohem Fieber.
Liebe Grüsse aus Mali, Arno, Markus und Nadine
3. und 4. Tagesbericht
Mit viel Sonnenbrand und viel Schlafdefizit sitzen wir jetzt hier und verfassen unseren Bericht.
Gestern auf der Fahrt nach Konna zu Pastor Timothee stellte uns Olivier weitere Garten-bzw. Aufforstungsprojekte vor.
Besonders angetan waren wir von dem Gartenbauprojekt für und von behinderten Menschen. Wegen der Vielfalt von Gemuese, des Angebotes, kommen die Leute von Konna und kaufen dort ein. Es werden Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, rote Beete, Salat und vieles mehr angebaut. Auf einer Parzelle von zehn mal fünf Meter konnten bereits 140 Kilo Zwiebeln geerntet werden. Uns ist die Leidenschaft der behinderten Menschen aufgefallen.
Zu Hause bei Timothee angekommen, wurden wir herzlich von der Familie begruesst und empfangen. Anschließend zeigte er uns das Leben in Konna, indem er uns durch die Strassen und in den Hafen fuehrte. In der Stadt Konna leben 11000 Menschen. Neben Bamako ist hier der groesste Fischfang in Mali. Die Umstände unter denen die Menschen hier leben schockierten uns. Dies waren sehr bewegende Eindrücke, welche uns noch lange emotional beschäftigen werden.
Bei dem afrikanischen Abendessen erläuterte Timothee uns einige seiner vielfältigen Aufgaben. Er ist Pastor in Konna, besucht wöchentlich Gefangene, erstellt Radiosendungen, evangelisiert regelmaessig und leitet mit Oliver zusammen im Gebiet die Kinderarbeit. Er ist ca. 12.000 km pro Jahr mit dem Mofa fuer Jesus unterwegs.
Nach einer schlaflosen Nacht in dem Gemeindehaus in Konna (auf Betonboden mit vielen Moskitos und lauter Musik aus der Nachbarschaft) starteten wir weiter in den Norden Malis. Die zweistündige Autofahrt ueber abgelegene Sandpisten beanspruchten unsere Bandscheiben sehr. Ziel dieser Reise war ein neues ueber Windkraft angetriebener Brunnen in Korientze. Bei unserem dortigen Aufenthalt konnten wir die letzte Bauphase der Windkraft-Wasserpumpenanlage live miterleben und sogar mithelfen. Das Wasser des Brunnen wird fuer ein Aufforstungsprojekt mit ca. 17 Hektar benötigt. Dieses Projekt wird vom Verein Partnerschaft Afrika in Zusammenarbeit mit der Allianz-Mission durchgefuehrt.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen traten wir unsere dreistuendige Rueckreise an. Wir wurden schon wieder heftigst durchgeschüttelt, aber wir haben Kamele gesehen.
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Das abendliche Fußballspiel konnte leider nicht mehr stattfinden! Ist fuer morgen geplant!
Bis morgen, liebe Grüsse,
Markus, Arno und Nadine
5.Tagesbericht unserer Malireise
Heute stand der Besuch der christlichen Schule in Sevare, ein kurzer Besuch im Krankenhaus in Mopti und eine Bootsfahrt auf dem Fluss Niger auf dem Tagesprogramm.
Boukary Sidibe, der Schulleiter der christlichen Schule, zeigte uns sowohl das alte Schulgebäude (1.und 2. Klasse) als auch das neue Schulgelände. In dem Neubau werden die Kinder von der 3. bis zur 5. Klasse unterrichtet. Insgesamt sind dies zurzeit 130 Kinder.
Dies war ein sehr guter Empfang und der Schuldirektor hat uns einen guten Einblick in dieses private Schulsystem vermittelt.
Ein Leitsatz der Schule lautet : bon grain, den guten Samen in die Herzen der Kinder ausstreuen. APES
A Association
P Protestantive
E Enseignement
S Scolaire
Der Ausbau der Schule bis zur 8. Klasse ist in Planung. Des weiteren das Einzäunen des 8 Hektar großen Geländes und neues Schulmaterial.
Nach dem Mittagessen in der einzigen Pizzeria in Mopti, direkt am Hafen gelegen, machten wir einen kurzen Rundgang durch das Krankenhaus.
Eine Behandlung ist hier nur nach Barzahlung möglich. Eine Verpflegung gibt es hier nicht, deswegen müssen die Angehörigen draußen warten und das Essen zubereiten.
Leider war ein Treffen mit dem Krankenhausdirektor, kommt erst am Montag wieder aus Bamako zurück, nicht zustande gekommen.
Die Bootsfahrt auf dem Niger war auch noch mal sehr schön und wir konnten uns ein wenig erholen.
Ihr könnt schon raten was jetzt kommt.
Richtig geraten. Wir haben natürlich wieder abends zur aktiven Erholung und Verarbeitung der vielen Eindrücke Fußball gespielt.
Das Spiel fand diesmal auf dem Sportplatz mitten im Dorf (Soufourulaye) statt.
Insgesamt spielten ca. 15 Kinder mit. Währenddessen kamen immer mehr Kinder dazu und haben zugeschaut.
Die Begeisterung der Kinder ermutigt uns vielleicht in Zukunft sich in diesem Bereich in Mali sich weiter zu engagieren.
Selbstverständlich ist uns klar, dass wir mehr brauchen als einen Fußball und einer anschließenden Andacht.
Sonja geht es wieder besser, hat kein Fieber mehr.
Es sei nochmal erwaehnt, dass Oliver uns ein tolles Programm fuer uns gemacht hat.
Danke Oliver
Bis morgen
Arno, Markus und Nadine
6. und 7. Tagesbericht
Wegen diverser Probleme (Viren auf den Speichersticks) kommt erst jetzt unser Bericht.
In der Zwischenzeit sind wir gut in Deutschland angekommen und müssen wieder arbeiten.
Immer wieder kommen die Bilder von Mali uns ins Gedächtnis.
Wir sind froh, dass alles so gut geklappt hat, ohne Krankheiten.
So jetzt sind wir am überlegen, was wir am 6. Tag so alles gemacht haben.
Ach ja, der Samstag. Am Samstagmorgen waren wir in Sévaré auf dem Markt und haben Fleisch, Gemüse und Obst eingekauft. So ein Marktbesuch dauert auch so seine Zeit. Ingesamt hat es so 2-3 Stunden gedauert, bis wir wieder zurück waren.
Haben dann zu Hause gemeinsam gegessen und waren am Nachmittag im Dorf Doure zu einem kulturellen Fest als Gäste eingeladen. Dieses Fest wurde für die Leute von der Organisation „Partnerschaft Afrika“ aus Geesthacht in Deutschland veranstaltet.
Dank den Leuten aus Geesthacht, die dieses Projekt unterstützt haben, besitzt das Dorf einen eigenen Garten (siehe Bilder vom 2. Tag), dadurch kann sich das Dorf alleine selbst versorgen. Dieses Fest mitzuerleben war etwas ganz besonderes.
Am 7. Tag, also am Sonntag, besuchten wir den Gottesdienst von Soufourolaye.
Oliver hat uns vorgestellt und wir haben Grüsse aus unserer Gemeinde in Weidenhausen weitergegeben. Die Predigt wurde von der Frau des malischen Pastors gehalten, da dieser auf einer christlichen Konferenz im Dogonland war.
Danach fuhren wir nach Sévaré zu einem gemeinsamen Essen und Abschlußgespräch, mit allen Missionaren (Familie Apel, Familie Eissele und Familie Bernhardt).
Unsere Eindrücke vom Land Mali und die Arbeit der Allianz-Mission, sowie die besonderen Projekte haben wir weitergegeben. Wir haben nun einen näheren Bezug zur Arbeit vor Ort gewonnen. Wie schon in einem vorherigen Tagesbericht erwähnt sind uns folgende Leitsätze wichtig geworden.
1. Der Mut der Christen hat die Natur verändert! Dank der Garten- und Afforstungsprojekte haben die Menschen genug zu essen und haben Arbeit. Die Männer sind nicht mehr gezwungen, in andere Länder zu gehen um Arbeit zu suchen.
2. Ohne Projekte ist keine effektive Gemeindearbeit möglich! Dank der sozialen Projekte genießen die Pastoren vor Ort hohes Ansehen und können evangelisieren.
3. Wissen ist Macht! Dank der schulischen Ausbildung können die Menschen die Projekte weiter fortführen und sind selbstverantwortlich. Sie haben die Möglichkeit, das Land Mali positiv zu verändern.
Bei einem schönen Spaziergang auf einem Bergplateau vertieften wir unsere Eindrücke und führten darüber hinaus sehr gute persönliche Gespräche.
Abschließend Folgendes: Es war sehr wichtig für uns, die Reise im Auftrag des Organisationsteams unternommen zu haben. Das Geld soll projektbezogen eingesetzt werden! Eine Liste der zu unterstützenden Projekte wird uns in den nächsten Tagen erreichen und im Team besprochen werden.
Die Allianz-Mission macht eine tolle Arbeit! Dies hat uns 100%ig überzeugt.
Dies gilt auch im Besonderen den Missionaren.
Nochmals vielen Dank an Oliver, er hat uns optimal begleitet und alles sehr gut organisiert.
Viele Grüße aus Deutschland an Oliver, Sonja, Josua und Lenchen
Nadine, Arno und Markus